Kinder versuchen von Natur aus auf vielerlei Wegen ihren Bedürfnissen Ausdruck zu verleihen. Was anfangs noch durch Mimik, Gestik und Laute geschieht, durchläuft eine intensive Phase des Zuhörens und “Nachplapperns“. Dabei erobern sie ganz unbewusst im Zuge ihrer Entwicklung immer mehr Worte, welche sie dann im Alltag erproben und mit der Zeit gezielt einsetzen. Genau hier setzen wir an. Unsere deutsch- und englischsprachigen Pädagogen gehen völlig natürlich und selbstverständlich mit ihrer Muttersprache um und vermitteln so den persönlichen Sprachschatz auf kinderleichte Weise. Durch das Versprachlichen all ihrer Handlungen sowie den bewussten Einsatz von Reimen, Gedichten, Bewegungsliedern und dem gemeinsamen Vorlesen erschließen sich selbst unseren Kleinsten schnell Zusammenhänge. So erobern sie die Welt der Sprache voller Freude und Neugier. Allein das Begreifen, dass es ein Wort in mehreren Sprachen aber mit der immer gleichen Bedeutung existiert, fördert die Vernetzung der Sprachfuntion und verstärkt nachweislich die Fähigkeit zum Perspektivwechsel.


Es ist ein altes Vorurteil: Mehrsprachigkeit überfordert Kinder und keine Sprache wird richtig gelernt. Doch die aktuelle Forschung belegt das Gegenteil: Kinder, die in jungen Jahren mehrsprachig aufwachsen, sind geistig flexibler und leistungsfähiger in ihrer Wahrnehmung. Bis zum dritten Lebensjahr werden bei Kindern die verschiedenen Sprachen in nur einer Hirnregion „abgespeichert“. Ihr Gehirn arbeitet somit besonders effektiv. Beruhend auf dem Prinzip der Nachahmung lernen Kinder mehrere Sprachen genauso gut und sicher, wie nur eine Einzige. Deshalb sprechen Forscher auch vom „doppelten Erstsprachenerwerb.“ 1



1 Siehe Website Goethe Institut: www.goethe.de/lhr/prj/mac/msp/de1396470.htm